Aktuelles

 

Miteinander verbunden bleiben

Aktuelle Information:

Aufgrund der hohen Inzidenzzahlen in Heilbronn findet
am 2. Mai 2021 kein Gottesdienst statt.

Ab dem 9. Mai 2021 feiern wir Gottesdienst im Freien
auf dem Vorplatz zwischen Kindergarten und Gemeindezentrum

(Termine: siehe Kirche/ Gottesdienste/Terminkalender)


Unsere wöchentlichen Sonntagsgottesdienste um 10.30 Uhr
feiern wir unter folgenden Auflagen in der Corona-Zeit:

          - Die Gottesdienstdauer ist verkürzt.

          - Es gilt ein 2-Meter-Abstand beim Betreten der Kirche,
            im Kirchenraum und beim Verlassen.

          - Die Besucherzahl ist beschränkt.

          - Eine medizinische oder FFP2-Maske muss beim Betreten
            und Verlassen des Kirchenraums und
            über die Dauer des Gottesdienstes getragen werden.

          - Aktuell ist der Gemeindegesang nicht möglich.

          - Das Abendmahl wird als Wandelabendmahl gefeiert.

          - Zur Nachverfolgung etwaiger Infektionsketten ist die
            Abgabe der Kontaktdaten erforderlich.

         - Wer mit Menschen, die unter Quarantäne stehen, Kontakt hatte
           oder selbst an Symptomen leidet, die auf Covid-19 hinweisen,
           ist gebeten, auf den Gottesdienstbesuch verzichten.

              Gruppen und Kreise können noch nicht wieder stattfinden.

 Unsere Leseandachten zu den Sonntagen finden Sie auf dieser homepage.

Weitere digitale Gottesdienst-Angebote unter:
www.kirche-heilbronn.de

Gerne werfen wir Ihnen die Andacht
auch in den
Briefkasten.
Bitte geben Sie dazu im Pfarramt Bescheid (Tel. 571485).

Unsere gesamte Gemeindearbeit finanzieren wir über Opfer und Spenden.
Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung.
Konto-Nr. IBAN: DE75 6205 0000 0000 1021 80


      

Andachten

Lesegottesdienst Kantate 2. Mai 2021

Lesegottesdienst Kantate 2. Mai 2021

(Text: Ulrich Koring, Musik: Susanne Weingart-Fink)

GOTT sei mit dir: in der Gnade, die Mensch wird; als Kraft, die Leben schafft.

Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über, auch wenn es auf ungläubige Ohren trifft: „Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.

326 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder tut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre!

Es danken dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen; und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfermacht, die alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre!

Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren, man soll, Gott, deinen Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Ehre!

Ps 95 Kommt, lasst uns frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils!
Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und ihm jauchzen!
Der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter.
In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, die Höhen der Berge sind sein.
Sein ist das Meer, er hat's gemacht, auch das Trockene hat er bereitet.
Kommt, lasst uns anbeten und niederfallen vor dem HERRN
Er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide.

Gott, dich loben deine Werke, Wind und Regen, Sonnenschein und Blumen, der Tag und die Nacht. Wir kommen zu dir mit unser Freude und Dankbarkeit. Auch unsere Nöte und Sorgen breiten wir vor dir aus. Lass uns nicht stecken bleiben in Angst und Enttäuschung, dass wir nicht verstummen in Trauer und Bitterkeit, sondern mach unser Leben zu einem Lobgesang auf deine Güte.

Jesaja 62: Ich will nicht schweigen, von Jerusalem will ich verkünden, bis seine Gerechtigkeit aufgehe wie ein Glanz und sein Heil brenne wie eine Fackel. Man soll dich nicht mehr nennen ‘Verlassene‘ und dein Land nicht mehr ‚Einsame‘, sondern du sollst heißen Meine Lust und dein Land Liebe Frau; denn der HERR hat Lust an dir. Siehe, dein Heil kommt! Man wird dich nennen
Heiliges Volk, Erlöste, Gesuchte und Nicht mehr verlassene Stadt.

611 Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe… (1-3).

Luk 19, 37-40: „Friede vom Himmel her und Ehre in der Höhe“ – wer kann den Mund so voll nehmen und lauthals vor Freude Gottes Ehre ausrufen? Wer oder was gibt den Pilgern das Recht dazu? An der Spitze des Zuges geht nicht der Chor der Leviten und Musiker, ihnen folgen nicht die Priester und Ältesten. Das Jubelgeschrei geschieht spontan, aus Überzeugung und aufgrund von Erfahrung, eben angesichts der Taten, die sie gesehen hatten.

Kranke hat er geheilt, Ausgestoßene rehabilitiert, Sündern die Vergebung zugesprochen. Augenzeugen waren sie – nicht allein durch Sinneswahrnehmung, vielmehr haben sie mit dem Herzensauge gesehen, wie Geist und Liebe einen Menschen verwandeln. An seinen Taten haben sie den Messias erkannt, so dass sie voll Freude rufen: Friede vom Himmel her und Ehre in der Höhe!
Dieses Gotteslob sangen die Engel, die den Hirten die Geburt des Retters und Davidsohnes verkündeten: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen, weil Gott sie liebt. Die Pilger steigen nicht träumerisch in den Himmel, weil sie sich irdischer Verantwortung entziehen. Vielmehr rufen sie Ehrerbietung hinauf und Frieden auf die Erde herab, weil sie gesehen haben, wie Friede aufblüht und Heilung zustande kommt.

Lukas lässt auch die Gegenstimmen zu Wort kommen, die das Jubelgeschrei ablehnen. Einige der Pilger gehören zu den Pharisäern. Sie wissen, was richtig und was falsch ist. Sie buchstabieren die Pflichten gegenüber Gott und den Mitmenschen vorwärts und rückwärts, doch die Hoffnung auf das Kommen des Erlösers begraben sie unter der geschuldeten Pflicht.

Wahrscheinlich sind auch sie Augenzeugen und haben die gleichen Beispiele von Heilung gesehen, aber sie ziehen daraus andere Konsequenzen. Was ist die Heilung, die ein Einzelner erfährt, gegenüber der Tradition des ganzen Volkes, gegenüber der Tora und dem Tempel, gegenüber dem Segen, den Gott den Gerechten zukommen lässt. Sie mahnen zur Nüchternheit. Sie haben gut verstanden, was die Pilgerschar skandiert:

185,2 Gelobt sei, der da kommt, im Namen des Herrn!

Soll der unscheinbare Prediger aus Galiläa, der auf dem Esel reitet, der Messias sein? Ein gewöhnlicher Mensch, ein schlichter Bauarbeiter, ohne Macht, ohne politische Ambition? Dieser Mann kann nicht der Arm Gottes sein.

Doch die Pilger haben Recht. Ihre Freudenrufe heben den Kern des jüdischen Glaubens hervor. Ähnlich haben ihre Väter und Mütter gesungen; Leviten haben mit Pauken und Posaunen erschallen lassen: Gott kommt – er setzt Recht in Kraft und bringt so die Welt in Ordnung. Gott kommt – und richtet die Gebeugten auf. Gott kommt – und legt die Regierung in die Hand seines Gesalbten. In diesem Sinne wurde früher die Inthronisation des Königs gefeiert. Der Lobpreis der Pilger gehört zum Repertoire der Huldigung des Himmelskönigs, den der irdische König repräsentiert. Gelobt sei, der da kommt und den Thron besteigt im Namen des Herrn!

180.2 Gott in der Höh sei Preis und Ehr, den Menschen Fried auf Erden!

Die Geschicke Israels waren oft chaotisch, der Gott des Himmels und der Erde hatte oft nur einen gebrochenen Einfluss auf sein Volk. Die jüngste Vergangenheit war erfüllt von Krieg und Korruption; der Tempel wurde entweiht, die Stadt mehrfach beschädigt und wiederhergestellt. Streit und Feindschaft entzündete sich daran, dass die einen danach strebten, die Lebensweise der Umwelt anzunehmen, die anderen auf Absonderung und Reinhaltung Wert legten. Wie klar klingen die alten Prophetenworte gegenüber der zerzausten Gegenwart:

Ich will nicht schweigen, rufen will ich, bis deine Heilung
aufgehe wie ein Glanz, denn der HERR hat Lust an dir.

Wie tritt die Gottesherrschaft in Erscheinung? Wie können wir die von Gott gewirkte Heilung erfahren? Sie wird sich an einzelnen Menschen vollziehen, sie ergießt sich nicht wie eine Volksimpfung übers Land. Das Heil Gottes wird von denen erkannt, die mit dem Herzen sehen und hören können. Der Friede, der im Himmel entspringt, wird von Mensch zu Mensch weiterwachsen und dort leibhaftig werden, wo Böses nicht mit Bösem vergolten wird; wo Geltungssucht nicht in den Vordergrund drängt. Der Friede, der ein Stück vom Himmel auf die Erde bringt, nimmt dort Gestalt an, wo die Liebe im Erleiden des Unrechts die böse Zunge, die harten Ellbogen und das Schwert entmachtet.

611 Ehre sei Gott und den Menschen Frieden … auf Erden.

Wo immer die Gläubigen Pessach als Fest der Befreiung feiern, verabschieden sie sich mit dem Wunsch: „nächstes Jahr in Jerusalem“. Damit bezeichnen sie nicht die ehrwürdige Stadt, sondern ihre eigene Befindlichkeit: „noch leben wir eingeschränkt von innerer und äußerer Knechtschaft, noch leben wir in einer von Leid erfüllten Welt, bald aber im Licht; jetzt noch eingesperrt in Gewohnheit und Begehrlichkeit, nächstens aber frei.“ So gilt es, die Welt des Todes immer wieder zu verlassen und in eine Zukunft aufzubrechen, die von innen heraus gütig, barmherzig, sanftmütig ist und gerechte Lebensverhältnisse hervorbringt. Dann gehen wir auf den Wegen des Lichts.

Als der Arzt und Schriftsteller Lukas vom Wirken der Apostel in der jüdischen Heimat und von der Ausbreitung der Frohen Botschaft bis nach Griechenland erzählt, hatte der Ostergruß „Nächstes Jahr in Jerusalem“ einen bitteren Geschmack angenommen. Denn Jerusalem lag in Schutt und Asche. Der römische General Titus hatte den jüdischen Aufstand niedergeschlagen, die Mauern zerbrochen, die Stadt niedergebrannt. Kein Pilger, kein Levit, allein die Trümmer des Tempels riefen die Ehre Gottes aus.

326,8 Ihr, die ihr Gottes Macht bekennt

Die schreienden Steine geben Lukas Anlass, diese Begebenheit so zu erzählen, dass trotz äußerer Zerstörung die innere Freiheit zur Geltung kommt. Der Lobpreis der Pilger und die Huldigung des Messias lassen nicht nur den Glanz vergangener Tage, sondern das göttliche Heil heute und morgen aufscheinen.

Friede ist, wo sich der Himmel ausbreitet, und Ehre erschallt in der Höhe. So riefen die Pilger, erfüllt von Hoffnung und Vorfreude. Doch diese Proklamation halten die Pharisäer für brandgefährlich. Sie wollen dem Treiben Einhalt gebieten. Es sei nicht die Zeit, von Befreiung zu reden, schon gar nicht vor den Ohren des römischen Kommandeurs. Sie fordern Jesus auf: „Bring deine Fangemeinde zum Schweigen. Andernfalls machst du dich schuldig, weil du dich zum König ausrufen lässt und dir anmaßt zu sein, was du nicht bist. Jesus weist die Forderung zurück: Das Reich Gottes besteht nicht in der Verbindung von Thron und Altar. „Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien.“

Wenn Steine reden, waren die Ohren vermauert und die Herzen versteinert. Die Trümmer Jerusalems bezeugen, dass eine Verständigung gescheitert ist, die gerade hier hätte glücken müssen. Alte Verheißungen haben in Aussicht gestellt, dass hier das Himmelreich auf Erden anbrechen solle. Nicht nur die Völker der Erde sollten hier zur Verständigung miteinander kommen, sondern an diesem Ort sollte es zum Einklang zwischen Gott und Mensch kommen und so unzerstörbarer Friede werden.

Wer Frieden empfängt, der empfängt Gott. Mit Frieden umschreiben wir, wie ein Leben zur Erfüllung kommt, wenn eine Beziehung gelingt. Wo dagegen ein verkrampftes Ich sich um sich selber dreht, da kann Leben nicht gelingen.

170, 3 Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden…

Durch Christus befreit zu leben bedeutet, dass wir uns einander zuwenden, dass die einen von ihrem Sockel herabsteigen, die anderen aus ihrer Erniedrigung aufstehen. Frieden gründet auf Respekt und Anerkennung, das bedeutet, einander auf Augenhöhe zu begegnen. Frieden ist möglich, wo auf Gewalt verzichtet wird und Benachteiligung aufgehoben und Unrecht vermieden wird.

Wo solche Friedensarbeit geschieht, wird mit Freude und Zuversicht jubiliert und ausgerufen: Weicht, ihr Trauergeister, weicht, Corona-Schrecken. Wir sind geliebt. Gott will, dass wir leben und uns um einander kümmern. Amen.

NL56 Ich sing dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben Dir sing ich mein Lied.

Die Töne, den Klang hast du mir gegeben
von Wachsen und Werden, von Himmel und Erde, du Quelle des Lebens,..

Den Rhythmus, den Schwung hast du mir gegeben
von deiner Geschichte, in die du uns mitnimmst, du Hüter des Lebens …

Die Tonart, den Takt hast du mir gegeben
von Nähe, die heil macht – wir können dich finden, du Wunder des Lebens…

Die Höhen, die Tiefen hast du mir gegeben.
Du hältst uns zusammen trotz Streit und Verletzung, du Freundin des Lebens…

Gott, In den Schwachen bist Du mächtig, in den Geringen groß.
In Verzweiflung schenkst du neue Kraft und Zuversicht.
Lass Halt finden und Kraft schöpfen, die in diesem Hause ein- und ausgehen.

Öffne unser Herz für das Unsichtbare,
damit wir mit sicherer Hand das Sichtbare gestalten.

Lass Glaube, Hoffnung und Lieben in uns wachsen, dann kann jeder Tag ein Lobgesang werden, von dir kommt unsere Freude, zu dir geht unser Dank.

Sei den Einsamen nahe, steh den Kranken bei, nimm die Sterbenden auf in deinen Frieden. Hilf uns, Not und Unrecht zu überwinden, damit alle Menschen Arbeit und Brot haben, ihr Leben teilen und in Frieden leben. Vater unser…

NL86 Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht,
und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt,
dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
dann wohnt er schon in unserer Welt. Ja, dann schauen wir
heut schon sein Angesicht in der Liebe, die alles umfängt, :/:

Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält,
und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt, dann hat Gott…

Wenn das Leid, das wir tragen, den Weg uns weist,
und der Tod, den wir sterben, vom Leben singt, dann hat Gott …

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott segne dein Ja zu allem, was lebt. und dein Nein gegen das Unrecht.
Gott segne die Demut deines Herzens, die Klarheit deiner Worte,
die Kraft deiner Hände und gebe dir Frieden. Amen.

Sonntag Jubilate, 25. April 2021

Verbunden durch Liebe und Internet / zum Sonntag Jubilate, 25. April 2021,
Pfarrerin Anette Prinz, Musikstücke: Susanne Weingart-Fink

 

GOTT sei mit dir: die Quelle der Liebe; die Gnade, die Mensch wird; die Kraft, die Leben schafft.

Jubilate – Freue dich! So verkündet es dieser Sonntag. Die Osterfreude klingt weiter. Freue dich! Wir stehen im österlichen Licht. Alle Zeichen stehen auf Neuanfang. Im Wochenspruch heißt es: „ Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2Kor 5,17)

EG 110
1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja, in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.
2. Das himmlisch Heer im Himmel singt, Halleluja, Halleluja, die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.
3. Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja, die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.
4. Es singen jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja, jetzt singt und klingt die Nachtigall. Halleluja, Halleluja.
5. Der Sonnenschein jetzt kommt herein, Halleluja, Halleluja, und gibt der Welt ein’ neuen Schein. //:Halleluja://.
6. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja, in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.

Psalm 66 Jauchzet Gott, alle Lande! Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich! Sprecht zu Gott:
Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht. Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. … Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern. Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.

Gebet: Guter Gott, es gibt so vieles, wofür ich danke sagen will: für alles Schöne und Heitere, für die Gemeinschaft, die im Moment so schwierig zu leben und umso kostbarer ist. Für ein gutes Gespräch und die Momente, in denen ich zu innerer Ruhe finde. Für das Singen der Vögel. Für den blühenden Frühling. Hilf mir in Dankbarkeit mein Leben leben.

Predigttext Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Leute von Athen, ich sehe, wie religiös ihr in jeder Hinsicht seid. Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar mit der Inschrift: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, herrscht über Himmel und Erde. Er wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden versorgen, hat nichts nötig, gibt doch selbst allen Leben, Atem und alles. Er machte aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht, damit sie überall auf der Erde wohnen. Er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und hat die Zeit ihres Aufenthalts begrenzt, damit sie Gott wohl suchen, fühlen und finden; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden von uns. In ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: ‚Wir sind göttlicher Herkunft‘. Weil wir nun göttlicher Herkunft sind, dürfen wir nicht meinen, das Göttliche gleiche goldenen, silbernen und steinernen Gebilden menschlicher Kunstfertigkeit und Einbildungskraft. Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; fordert aber jetzt die Menschen überall auf, dass sie alle umdenken. Denn Gott hat einen Tag festgesetzt, an dem er den Erdkreis gerecht richten will durch einen Mann, der dazu bestimmt und gegenüber allen ausgewiesen ist, weil Gott ihn von den Toten auferstehen lies.
Als sie vom Aufstehen der Toten hörten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiterhören. So ging Paulus von ihnen weg. Einige aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig
; (Apostelgeschichte 17,22-34)

Ich sehe, wie religiös ihr seid, sag Paulus im griechischen Athen zu Menschen, deren Kultur ihm fremd ist.
Der Satz lässt mich an den Anfang April verstorbenen katholischen Theologen Hans Küng denken. Dessen Lebenswerk war das Brückenbauen zwischen den Religionen. Küng brachte es auf die einfache Formel: ‚Kein Frieden zwischen den Nationen ohne Frieden unter den Religionen. Kein Frieden zwischen den Religionen ohne Dialog‘. Er hatte ein mutiges Vertrauen in die Kraft der Religionen, zu verbinden und zu versöhnen, statt in neue Konflikte zu stürzen. Ich sehe, wie religiös ihr seid“, mit Paulus Wort hätte auch Küng die interreligiösen Treffen eröffnen können, die er ins Leben rief, um den „Religionsfrieden“ wachsen zu lassen.

Für offene; neugierige Menschen haben Glaubensdinge und religiöse Kultur eher etwas einladendes und aus-strahlendes, machen neugierig. Heilige Schriften sind ein Schatz und wertvolles Kulturerbe. Gesänge und Gebete, aber ebenso die architektonischen Bauwerke der Gottesverehrung berühren die Seele und versetzen in Staunen. Wer kann sich denn dem Reiz und der Anziehungskraft der Tempel, Moscheen und Kirchen entziehen?
Wieviel Schönheit leuchtet dem auf, der sich darauf einlässt.
“Ungläubiges Staunen“ hat der Orientalist Navid Kermani seine Betrachtungen christlicher Kunst genannt. Bewusst doppeldeutig dieser Titel, weil er nicht als Christ, sondern als gebürtiger Muslim bewundert, wozu der christliche Glaube fähig war und ist.

Es ist und bleibt es eine wichtige Frage, ob uns Glaubende nicht mehr verbindet als uns trennt; ob der eine Gott sich nicht in verschiedenen Weisen und Religionen, dem Menschen zeigen kann; ob es nicht dringend an der Zeit sei, dass verbindende  in den Mittelpunkt zu stellen und mit einer Stimme in den Konflikten der Welt zu reden. Nur so kann das Misstrauen abgebaut werden, dass Religion eher die Wurzeln allen Übels als die Lösung der gegenwärtigen Herausforderungen darstellt. Gibt es Gott? Wer ist Gott? Wie finde ich ihn? Warum ist er so weit weg, manchmal so unbegreiflich? Das sind verbindende Fragen in allen Religionen. Ich glaube, dass uns die Gottessuche und Gottessehnsucht von Geburt an ins Herz gelegt ist, selbst wenn wir sie im Leben verdrängen, verleugnen, vergessen. Paulus knüpft an diese Gottessuche in den Herzen der Menschen an, wenn er auf den unbekannten Gott anspielt, dem die Athener einen Altar gewidmet haben. „Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt“, sagt er und beginnt mit Gott dem Schöpfer. Himmel und Erde erzählen von diesem Gott, der mehr ist, als wir Menschen fassen können; den kein Haus einfangen, aber zu dem viele Häuser einladen können. In unseren drei großen Buchreligionen, Judentum, Christentum, Islam ist dieser Schöpfergott beim Namen genannt und steht in unseren Glaubensätzen an erster Stelle. Wir Menschen sind alle nach Gottes Bild geschaffen, da ist kein Unterschied, kein oben und unten, keine göttlichen Privilegien außer denen der Verantwortung für alles was lebt. Für die ganze Schöpfung, die von Gottes Lebensliebe erzählt. Alles atmet Gottes lebensspendende Kraft, alles was lebt, und alles, was blüht. Und dann sagt Paulus einen der schönsten Sätze über Gott: „Er ist nicht ferne von einem jeden von uns. In ihm leben, weben und sind wir; An diesen Gott zu glauben finde ich wunderbar. Wunderbar auch, dass solcher Glaube der Brückenschlag ist zu allen religiösen Menschen, die Gott in der Schöpfung am Werk sehen.

Unser christlicher Glaube hört aber bei Gott, dem Schöpfer nicht auf. Wir Christen könnten nicht von Gott reden ohne von Jesus zu reden. Für uns verkörpert er die Nähe Gottes zu den Menschen. Er bezeugt die Liebe Gottes, die sich nicht in der Schönheit der Natur erschöpft, weil sie gelebt sein will unter den Menschen. Manchmal, wenn mir jemand erzählt: “Meinen Glauben lebe ich in der Natur. Da ist mir Gott ganz nah“, frage ich zurück:
Und wie lebst du deinen Glauben in Beziehung zu anderen Menschen?“

Von Kreuz, Tod und Auferstehung wollen Paulus Zuhörer nichts mehr wissen. Auch heute oft nicht, denn so was kann man nicht glauben. Das ist der springende Punkt: Es ist nur zu glauben, dass Gott im gekreuzigten Jesus alles Leid mitfühlt und dass Jesu Auferstehung bezeugt, dass Gottes Liebe mit dem Tod nicht endet.
Ich sage oft auf dem Friedhof, wo Leid und Tod so dicht an uns ran rücken: ‚Die Auferstehung ist nur zu glauben. Wer aber diesen Glauben wagt hat einen großen Schatz, eine ungeheure Kraft- und Hoffnungsquelle‘.

Wer es nicht glauben mag und nicht glauben kann, kann aber dem Leben Jesu trauen, seiner Zuwendung, seiner Fürsorge, seiner Klarheit, seinem Gottvertrauen, seiner Vergebung, seiner Botschaft, die Dinge und Verhältnisse ändern kann. Sie hätten ihn gern mundtot gemacht und ihn ausgelöscht. Tot, begraben und vergessen. Aber stattdessen erzählen Glaubende seit Ostern: er lebt, er spricht, er wirkt, er ist in aller Munde und in vieler Menschen Herzen.

Ich sehe, wie religiös ihr seid“, so beginnt Paulus seine Rede auf dem Areopag. Ich ende mit einem Zitat des ungläubig staunenden deutsch-iranischen Schriftstellers Navid Kermani: „Ich jedoch, wenn ich in der Kirche bete, was ich tue, gebe acht, niemals zum Kreuz zu beten. Und nun saß ich vor dem Altarbild Guido Renis in der Kirche San Lorenzo in Lucina und fand den Anblick so berückend, so voller Segen, dass ich am liebsten nicht mehr aufgestanden wäre. Erstmals dachte ich: Ich – nicht nur: man -, ich könnte an ein Kreuz glauben.“

NL 191 (Show me, Lord)
1. Zeige mir deinen Weg, wo mein Glück ist, wo mein Herz.
2. Jesus komm, geh mit mir. Stärke mein Vertraun zu dir
3. So wie du liebst und dienst, will ich leben. Segne mich.
4. Bin ich schwach, bleibst du nah, schenkst mir Gnade jeden Tag.
5. Wahrer Weg, Lebensgrund, will dir folgen, Jesus.
6. Leite mich. Ich bin dein, will der Welt ein Segen sein.
7. All mein Dank ewiglich! Du, mein Herz, mein Lebensglück.

Gebet: Vater unser


NL 146
Gottes Segen behüte dich nun, Gottes Friede in all deinem Tun.
Sei gesegnet, getröstet, gestärkt und geliebt in der Freude, die Gott dir heut gibt.

 

Segen: GOTT segne dich und behüte dich; GOTT lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig; GOTT schaue liebend zu dir hin und gebe dir Friede

2. Sonntag nach Ostern „Misericordias Domini“, 18.4.2021

 2. Sonntag nach Ostern „Misericordias Domini“, 18.4.2021

Pfarrer i.R. Manfred Kuhn

Musik-Einspielung: Susanne Weingart-Fink

 

Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lied: EG 100,1 Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit; denn unser Heil hat Gott bereit‘.

Halleluja… gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Gebet: Der Herr ist mein Hirte… Psalm 23, EG Nr.711…Herr, wir danken dir, dass du der gute Hirte unseres Lebens bist. Du sorgst für uns und leitest uns den Weg zum wahren Leben. Auf dich können wir uns auch in dieser schwierigen Pandemiezeit verlassen. Erfülle uns bitte mit der Kraft deines Geistes. Hilf uns, dass wir deine Stimme hören und ihr im Glauben folgen. Amen

Lied: EG 274,1 Der Herr ist mein getreuer Hirt, hält mich in seiner Hute, darin mir gar nichts mangeln wird

jemals an einem Gute. Er weidet mich ohn Unterlass, aufwächst das wohlschmeckend Gras

seines heilsamen Wortes.

Gottes Wort lesen wir beim Propheten Hesekiel 34, 1-6.9-10: Wahrlich eine schonungslose Abrechnung. Der Prophet Hesekiel gibt weiter, was Gott ihm einge-geben hat, nicht seine eigenen Gedanken. „Wehe den Hirten, die sich selbst weiden.“ „Das Schwache stärkt ihr nicht, und das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verirrte holt ihr nicht zurück, und das Verlorene sucht ihr nicht…. Meine Schafe sind zerstreut. Weil sie keinen Hirten haben, und allen wilden Tieren zum Fraß geworden und zerstreut.“ Die geistlichen, politischen und wirtschaftlichen Führungskräfte des Landes haben total versagt.

Der Priestersohn und Prophet Hesekiel hat diese Predigt im 6. Jahrhundert vor Christus gehalten. Den geschichtlichen Hintergrund bildet die babylonische Gefangenschaft Israels. Nach der Eroberung Jerusalems im Jahr 586 wurde ein Großteil des Volkes nach Babylon deportiert, darunter auch Hesekiel. Warum? Die Anführer Israels hatten ihre Fürsorgepflicht vernachlässigt. Sie haben die Kinder Gottes behandelt wie rücksichtslose Herdenbesitzer nach dem Motto: Was bringt es mir? Die selbstherrlichen Hirten beuteten die Herde schonungslos aus. Statt die Herde mit Fürsorge zu leiten und mit Liebe zu pflegen, waren die Schafe für die kriminellen Hirten ein gefundenes Fressen. Solche Hirten haben ihre Berufung verfehlt, total versagt, sie haben das Volk zu den falschen Göttern und damit in die Katastrophe geführt.

In der Menschheitsgeschichte hat sich in den 2500 Jahren seitdem nicht viel geändert. Wo über „die da oben“ hergezogen wird, sind wir schnell mit dabei, in diesen Chor der Kritiker miteinzu-stimmen. Aber Vorsicht! Die Bibel sagt, dass das Gericht am Hause Gottes beginnt. In manchen Landstrichen heißen die Pfarrer bekanntlich „Pastoren“, also Hirten. „Wehe den Hirten, die sich selbst weiden.“ Gehöre ich auch zu den Hirten, die nur an sich selber denken, die ihre Fürsorge-pflicht vernachlässigen? In der Tat fallen mir schon einige Dinge ein, wo ich als Pastor, als Hirte jämmerlich versagt habe.

Es fällt uns nicht schwer, die Schelte gegen die schlechten Hirten damals auf Verantwortliche von heute zu übertragen, die ihren Einfluss und ihre Macht missbrauchen, die nur ihr Schäfchen ins Trockene bringen wollen, die auf Geld und Macht aus sind. Korrupte Abgeordnete, vorwiegend aus christlichen Parteien, haben die Coronanotlage gewissenlos zu ihrem Vorteil ausgenutzt und hohe Beträge in ihre eigenen Taschen gestopft. „Wehe den Hirten, die sich selbst weiden!“

Wehe den katholischen Bischöfen und Priestern, die Kinder missbraucht haben. Vereinzelt kam, dies auch in der evang. Kirche vor. Nicht nur die katholische Kirche hat dadurch an Glaub-würdigkeit verloren, auch die evangelische. „Wehe den Hirten“, den Bischöfen und Kardinälen, die weggeschaut und die Verbrechen unter den Teppich gekehrt haben.

Auch zu Beginn der Corona--Pandemie haben die Kirchen versagt. Da gab es keinen Aufschrei der Kirchenleitungen und Bischöfe, als viele Corona-Patienten völlig einsam und allein-gelassen ohne seelsorgerlichen Beistand auf der Intensivstation oder im Pflegeheim gestorben sind, weil Seelsorgern und Angehörigen der Zutritt verweigert wurde. „Wehe den Hirten!“.

In vielem unterscheidet sich die Verkündigung in unserer Kirche nicht mehr von den Programmen der Parteien und Interessengruppen. Die Schafe werden wilden Ideologien überlassen. Das Wort Gottes, die Gebote spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Der Wolf erfährt in unserem Land mehr Schutz als die Schafe. „Wehe den Hirten!“

Hirten haben einen klaren Dienstauftrag, die Herde Gottes nach seinem Willen zu weiden. Maßstab ist das Wort Gottes. Im Bereich einer Kirchengemeinde ist an Kirchengemeinderäte zu denken, an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch an Eltern, Lehrer und Paten, denen Kinder anvertraut sind. Jesus sagt einmal: „Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man uns so mehr fordern.“

Hirten werden ihrem Auftrag oft nicht gerecht. Was nun? Steht das Ende der Kirche bevor? Aber die Rede von den schlechten Hirten ist nicht alles, das ist nur die halbe Wahrheit. Die weiteren Aussagen aus dem Propheten Hesekiel darf ich Ihnen nicht vorenthalten. 34, 11-16 + 31.

Gott will sich seiner Herde selber annehmen. „Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte wieder zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken; ich will sie weiden, wie es recht ist.“ Welch ein wunderbares Hirtenwort! Hüten will uns der gute Hirte.

Wir können diesen Text nicht lesen, ohne Jesus und das Neue Testament im Blick zu haben. Was Hesekiel Israel verheißen hat, hat Gott in Jesus erfüllt. Er sagt: Ich bin der gute Hirte, der sein Leben für die Schafe lässt. Er regiert mit Liebe und bringt Frieden. Der Sinn seines Lebens besteht im Dienen, in der Hingabe, nicht im Genuss. Er ist kein Ausbeuter, kein Metzger, er ist der gute Hirte. Er sieht die Hilfsbedürftigkeit der Schafe. Als Jesus die Menschenmenge sieht, die ihm nachfolgte, da jammerten sie ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben, die erschöpft, zerbrochen, unglücklich, belastet sind. Jesus hat die Not der Elenden nicht aus der himmlischen Ferne betrachtet, er hat es auf Erden zu seinem persönlichen Elend gemacht. Er nahm den Fluch der Sünde auf sich und wurde dadurch zum Segen für die ganze Welt.

Jeder Mensch ist Jesus so wichtig, dass er ihm nachgeht, ihn ruft, ihn liebt. Wir brauchen Liebe und Schutz in einer Welt, wo einer dem anderen zum Wolf werden kann. Darum bietet sich Jesus an als der gute Hirte für unser Leben. Jesus sucht das verlorene Schaf, das im Wirrwarr und Chaos dieser Welt verloren zu gehen droht. Seine Fürsorge greift gerade auch an den dunklen und schwachen Stellen in unserem Leben. Er will, dass unsere Namen im Himmel geschrieben sind.

Wichtig ist, dass wir auf die Stimme des guten Hirten hören. Jesus sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ Wer dem guten Hirten folgt, den führt er durch die finsteren Täler dieser Welt zum ewigen Leben in seinem Reich. Suchen wir Trost und Hilfe im Gebet. Verzichten wir auf den abstrusen Fernseh-krimi oder aufs Herzkino und lesen wir einen Abschnitt in der Bibel oder ein Lied im Gesangbuch.

Der gute Hirte geht barmherzig mit uns um. Folgen wir ihm nach und zeigen, dass wir zu ihm gehören. Begegnen wir unseren Mitmenschen mit Liebe und Barmherzigkeit, besonders denen die Not ins Gesicht geschrieben ist, die im Laufe ihrer Lebensgeschichte Verletzungen erlitten haben und erleiden, die mit der Coronakrise nicht fertig werden. Holen wir sie in die bergende Nähe des guten Hirten. Amen

Gebet: Herr Jesus, du lässt uns nicht verloren gehen. Du achtest auf jeden Einzelnen. Du suchst uns und stärkst das Schwache. Wir bitten dich für die Kranken und vom Virus Infizierten, dass du ihnen neue Kraft und neuen Mut schenkst und sie deinen Segen erfahren lässt. Wir bitten dich für unsere Familien, stärke den Zusammenhalt und die Verantwortung füreinander. Tröste alle, die mit irgendeinem Leid oder einer Enttäuschung leben müssen. Hilf, dass die Herrschenden sich an dein Wort halten und für Frieden, Gerechtigkeit und Wohlergehen einsetzen. Vater unser

EG 576 Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus meine Zuversicht,

auf dich vertrau ich und fürcht‘ mich nicht.

Segen: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und

sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.

 

Kanon: Der Herr ist mein Hirte

2. Er führt mich zur Weide – Halleluja

     und zum frischen Wasser – Halleluja!

3. Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal,

     fürcht‘ ich doch kein Unglück – Halleluja!

4. Denn Du bist bei mir – Halleluja.

     Dein Stab stützt und tröstet mich – Halleluja!

5. Ich fürcht‘ keine Feinde – Halleluja,

     denn du hilfst mir siegen – Halleluja!

6. Gutes und Barmherzigkeit – Halleluja,

     die werden mir folgen – Halleluja!

7. Und so werd‘ ich bleiben bei Dir allezeit

     in Jesu Namen, in Ewigkeit!

 

Lese-Gottesdienst am 11. April 2021

Lese-Gottesdienst am 11. April 2021

(Text: Pfr. Koring. Musik-Einspielung: Susanne Weingart-Fink)

 

GOTT sei mit dir: in der Gnade, die Mensch wird; als Kraft, die Leben schafft.

Habgier ist der Motor vieler zwischenmenschlicher Konflikte. Zugleich gilt: Wie gewonnen, so zerronnen. Nur ein Begehren nimmt anderen nichts weg: das Verlangen nach Wahrheit, Recht, Anerkennung, Zuverlässigkeit; es gleicht dem Grundbedürfnis des Säuglings: „Seid begierig nach der lauteren Milch (der Frohen Botschaft) wie Neugeborene“

114 Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen. Ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu umfangen, der heute durch des Todes Tür gebrochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne.

Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Christ bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht, er ist nicht fern, weil er ist auferstanden.

Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, dass du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest.

Ps 107 „Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, seine Güte währt ewiglich.“
So sollen sagen, die der HERR aus ihrer Not erlöst hat.

Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren, wenn der HERR Wellen erregte,
so dass sie hochfuhren und versanken und ihre Seele verzagte,

dass sie taumelten wie ein Trunkener und wussten keinen Rat mehr,
die zum HERRN schrien in ihrer Not um Rettung aus ihren Ängsten

und sie froh wurden, dass er sie zum ersehnten Hafen brachte:
die sollen IHM danken für seine Güte und IHN in der Gemeinde preisen.

Treuer Gott, du gibst uns Leben und lässt uns sterben. Doch auch unser Sterben ist umfangen von deiner Liebe. Darin sind wir geborgen für immer.

Öffne unsere Herzen dafür, nimm Misstrauen und Engherzigkeit von uns, Wandle uns durch deine Liebe und hab Geduld mit uns. Sende uns deinen Geist, damit wir Jesus folgen und leben.

Der Himmel und Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt. Er gibt dem Müden Kraft und Stärke dem Unvermögenden. Die auf Gott harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler aus Jes 40,26-31

530 Du, Gott, stärkst, mich. Du, Gott, stützt mich. Du, Gott, machst mir Mut.

… In dieser Nacht fingen sie nichts. Als es aber Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.
Werft euer Netz zur Rechten … Es ist der HERR. Aus Joh 21

Der liebste Mensch tot, der Sohn, die Tochter, der Ehemann auf der Straße erschossen, in Gefängnissen gefoltert. Tag für Tag werden Menschen verleumdet, bedroht, entführt, entwürdigt, erschlagen. Das tun Menschen einander an. Auch in Jerusalem war es so: die religiöse Elite nahm Anstoß an Jesus und schaffte ihn aus dem Weg. Bei Nacht wurde er gefangen genommen, mit erfundenen Anklagen überhäuft, falsche Zeugen waren zur Hand, die Urteilsbegründung war eine Farce, die Hinrichtung ein Schrecken.

Seine Freunde waren schockiert; verborgen im Strom der Pilger kehrten sie nach Galiläa zurück, voll Furcht, schief angesehen zu werden. Dort warten ihre Fischerboote auf sie. Vielleicht wird die tägliche Arbeit helfen, wieder Fuß zu fassen im Leben. Alltag zurückgewinnen nach Ostern. Die Männer fühlen sich, als würden sie träumen. Die Frauen, die ihm gefolgt waren, seine Mutter und die Maria aus Magdala, behaupten, er lebe. Auch dem Thomas, der an allem zweifelt, was er nicht fassen kann, sei er begegnet.

Was sollen sie anfangen - ohne ihren Meister? Trostloser Alltag nach Ostern. Wie sollen sie öffentlich kundtun, er lebe, wo doch die Spatzen von den Dächern pfeifen, er sei tot? Man würde sie für verrückt erklären. Einem Toten die Treue halten – dafür würden sie verspottet werden. Dennoch lässt ihnen dieser Tote, der lebt, keine Ruhe. Hatte ihr Meister nicht in allem Recht?

Eingetroffen ist das Himmelreich bei den Kranken, die Heilung erfahren hatten, herbeigekommen zu den Ausgestoßenen, die Anerkennung erfahren hatten, ausgebreitet hat sich das Himmelreich unter den 5000, mit denen er das Brot geteilt hatte. Unauslöschlich glühen diese Erlebnisse in den Herzen der sieben Fischer. Kann sich das Him­melreich auch in ihrer Ohnmacht entfalten?

Im Schein des Mondes fahren sie hinaus, hören die Wellen an den Bauch des Kahns schlagen, sie werfen ihre Netze aus – doch die Netze bleiben leer. Die Fische bleiben fern – und genauso die Menschen: keiner zeigt Interesse, keiner fragt nach. Im Schweigen wird ihr Meister nun noch einmal sterben. Ihn totschweigen, nein, das geht gar nicht. Aber wie das Schweigen brechen? Wie können sie Boten sein im Alltag? herkommend von Ostern?

Die ganze Nacht haben sie sich gemüht, doch die Netze blieben leer. Der Versuch, sich in die Arbeit zu stürzen, lässt sie in Enttäuschung stürzen. Leere Hände, sorgenvolle Herzen und nichts zu essen. Das könnte sich morgen oder übermorgen wiederholen.

Die Erzählung spielt mit doppeltem Sinn: fischen bedeutet auch Menschen gewinnen, sie im Netz der Frohen Botschaft zusammenbringen. Obwohl die Männer mit aller Kraft daran arbeiten, bleibt ihr Bemühen erfolglos. Menschen für die Frohe Botschaft von der Auferstehung zu gewinnen ist eine Sache des Vertrauens: unserer Glaubwürdigkeit und unseres Vertrauens auf Gott. Von den sieben Fischern heißt es: „In derselben Nacht fingen sie nichts“.

Da ist mitten in der Welt Ostern geworden; Leben ist erwacht, das jeden Schmerz und jedes Sterben in ein neues Licht stellt - dennoch ernten sie nichts als Misserfolg. Erschöpft und entmutigt kehren sie zurück.

382 Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr; fremd wie dein Name sind mir deine Wege. Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott; mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen? Bist du der Gott, der Zukunft mir verheißt? Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.

Hören wir, wie die Erzählung weitergeht: „Als es Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.“ Das lässt uns aufhorchen. Wie manche Nacht waren wir dem Meer unserer Angst und Traurigkeit ausgeliefert, stets kam ein neuer Morgen. Manchmal haben wir auch vor dem Morgen Angst und fürchten, er bringe uns nur die Fortsetzung unserer Enttäuschung: der neue Tag so vergeblich wie der gestrige? Doch hier ist das anders: Aus der Nacht in den Tag, vom Meer ans Ufer - wir gehen einem Morgen entgegen, wo das Zwielicht endet und die Klarheit eines neuen Tages uns begegnet und das Licht des Himmels uns umfängt.

Wir werden erwartet - nicht von dem, was wir alle Morgen antreffen, wenn wir die Zeitung aufschlagen. Wir wer­den erwartet von dem, den wir vermissen: Als es Morgen wurde, stand Jesus am Ufer – stand auferstanden.
Er hat die Nacht seiner Angst und Qual durchlebt. War sein Leben ohne Erfolg? Ist er vom Tod verschlungen? Nein, er hat den Tod durch-schritten, er hat das rettende Ufer erreicht. „Die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.“

Uns ergeht es ähnlich: oft haben wir keinen Blick für das Leben, das am Ufer auf uns wartet; wir vertrauen dem nicht, der uns führen will. Wie wird er uns erwarten am Ufer der Nacht? Wir dürfen um Augen bitten, die ihn erkennen durch alles Dunkle und Verworrene hindurch. Das ist gewiss: der am Ufer steht, kennt unsere Not. Er sieht die leeren Netze, unsere vergebliche Arbeit. Er sieht, wo uns das Leben fehlt – und fragt: Habt ihr nichts zu essen?

Was für eine Frage. Sie trifft den wunden Punkt: Sie zeigt Mitgefühl und Verständnis. Sie hilft den Fischern, sich zu offenbaren und ihre Ratlosigkeit zuzugeben. Sie spricht das Grundlegende an: essen, teilen, Gemeinschaft haben. Diese aufdeckende Frage macht deutlich: Das Himmelreich ist nicht machbar, ist nicht durch Fleiß oder Strategie, nicht durch Können oder Macht herbeizuführen. Es wächst, wo es will.
Wir haben zwar Lebensmittel - viele sogar, aber zuletzt eben doch nicht die Mittel zum Leben, das er uns schenkt. Darum fragt er: Habt ihr nichts zu essen? Nein, wir haben nichts, womit wir dieses Leben uns selber zuführen könnten. Darauf sagt er: Werft das Netz aus zur Rechten! und das Netz wird voll.

Merk-würdig die Reihenfolge: hören, vertrauen, handeln. Ein tiefes Geheimnis wohnt darin. Segen - die Fülle des Lebens - gründet auf unserem Vertrauen auf sein Wort, nicht auf unserem Denken und Planen. Die Zukunft, die mit Ostern beginnt, können wir nicht aus der Vergangenheit hochrechnen. Hören - vertrauen - handeln: dann blüht Leben auf in seiner ganzen Fülle. Eben noch schien das Leben steckengeblieben zu sein in lauter Vergeblichkeit. Und jetzt? Plötzlich kann man kaum auffassen, was sich da in den Netzen sammelt. Wunder des Vertrauens:

NL213 Wenn Glaube bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont. Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.

Der Fischzug wird ein voller Erfolg. 153 Fische zählt Petrus – so viele wie man damals Fischarten im See Genezaret kannte. Das derart gefüllte Netz symbolisiert österliches Leben in seiner Vielfalt, Breite und Tiefe. In dieser Fülle tritt das Himmelreich auf Erden in Erscheinung.

Die Jünger Jesu haben das volle Netz als ein Signal verstanden: „Es ist der Herr“ sagt einer von ihnen. Er hat unsere leeren Herzen und Hände gefüllt. Jetzt wissen wir: Er ist nahe - nicht weiter entfernt als ein Gebet weit. Das gibt Petrus den Anstoß, sich ins kalte Wasser zu stürzen und Jesus entgegen zu eilen. Das Boot ist ja ein Bild für vertraute Gemeinschaft, es umschreibt ein Wir-Gefühl der Mitarbeiter, gegründet auf den gemeinsamen Glauben, die gemeinsame Hoffnung und den gemeinsamen Auftrag. Doch in der Gemeinschaft kann sich niemand hinter anderen verstecken. Dem Auferstandenen muss jede und jeder selbst begegnen. Der gemeinsame Glaube gibt dem Einzelnen Kraft und Mut, über vertraute, schützende Grenzen hinauszugehen.

Da und dort müssen wir Kummer und Entbehrung aushalten, mit Ängsten und Sorgen ringen, einsame Wege durchlaufen. Aber am Ende jeder Nacht steht der Auferstandene am Ufer und wendet die Todesschatten in blühendes Leben. Darum können wir uns mutig hinauswagen: Steig aus dem Boot deiner Lebens­um­stände. Bleib nach Ostern nicht in den Gegebenheiten des Alltags stecken. Wirf dich ins Wasser der Angst und Bedenken – das Vertrauen trägt dich. Steig aus, du wirst am Ufer erwartet.
Brot und Fische werden zum Hoffnungsträger. Das schlichte Mahl schmeckt nach dem Leben, das allezeit neu erwacht und erblüht. Freudig können wir einander sagen: Es ist der Herr, er schenkt uns Leben. Amen.

382 Sprich du das Wort, das tröstet und befreit und das mich führt in deinen großen Frieden. Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt, und lass mich unter deinen Kindern leben. Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst. Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.

Gott, du hast Jesus von den Toten auferweckt und als den Christus an deine Seite gesetzt. Kein Bruchstück unseres Lebens soll im Nichts versinken. Halte unsere Verstorbenen in Deiner Hand. Erwecke versteinerte Herzen zum Leben. Wo Furcht quält und Resignation lähmt, wo Sorge in die Verzweiflung treibt, da lass dein Licht aufleuchten.

Lass über Versäumnis und Versagen in der Pandemie einen neuen Morgen anbrechen. Hilf uns, das Nötige zu tun, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden, gegensätzliche Interessen auszugleichen, Mitgefühl und Verantwortung zu üben, Arbeitsplätze zu schaffen, Gemeinwohl zu fördern.

Hilf uns, Rohstoffe und Energie verantwortungsbewusst zu gebrauchen, Wasser, Luft, Erde und Lebensräume gesund zu erhalten. Lass die Gläubigen einander achten, dein Wort teilen wie Brot und Liebe. Vater unser …

NL Wenn Glaube / Liebe / Hoffnung bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.
Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt. Wwdl 213

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott segne deine Liebe zu allem, was lebt. und deine Empörung über das Unrecht.
Gott segne die Demut deines Herzens, die Klarheit deiner Worte, die Kraft deiner Hände und gebe dir Frieden. Amen

Lese-Gottesdienst am 5. April 2021 - Ostermontag

Lese-Gottesdienst am 5. April 2021 - Ostermontag

(Text: Pfr. Koring. Musik-Einspielung: Susanne Weingart-Fink)

 

GOTT sei mit dir: in der Gnade, die Mensch wird; als Kraft, die Leben schafft.

Noch nie ist einer zurückgekommen. Nicht nötig, denn wir haben Mose und die Propheten, auf die sollen wir hören. Doch einer stand auf, ihn rief Gott ins Leben, damit er uns zum Leben erwecke. Von ihm sagt die Bibel: „Ich war tot, doch siehe, ich lebe und schließe das Totenreich auf“.

* 219 Wir stehen im Morgen, aus Gott ein Schein durchblitzt alle Gräber, es bricht ein Stein. Erstanden ist Christus, ein Tanz setzt ein.

An Ostern, o Tod, war das Weltgericht. Wir lachen dir frei in dein Angstgesicht. Wir lachen dich an, du bedrohst uns nicht.

Wir folgen dem Christus, der mit uns zieht, stehn auf, wo der Tod und sein Werk geschieht, im Aufstand erklingt unser Osterlied.

Ich rief zum HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir.
Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme.

Du warfst mich mitten ins Meer, dass die Fluten mich umgaben.
ich dachte, ich wäre verstoßen, ich würde deinen Tempel nicht mehr sehen.

Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, mein Gott!
Als ich verzagte, gedachte ich an dich, mein Gebet kam zu dir in dein Haus.

Ich will mit Dank dir Opfer bringen. Von dir kommt mir Hilfe. (aus Jona 2)

Oft ist unser Leben wie ein Grab, verschlossen unser Herz, begraben die Sehnsucht, verwelkt die Hoffnung. Wälze den Stein von unserem Herzen. Gib deinen Atem im unsere Atemlosigkeit. Komm mit deinem Licht in unsere Finsternis und erfülle uns mit Freude und Frieden. Lass uns auferstehen.

Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome kauften wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben…Sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Da wurden sie gewahr, dass der Stein weggewälzt war … „Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Geht und sagt seinen Jüngern, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen… Sie flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. (aus Mk 16,1-8)

Der Engel sprach: Nun fürcht' euch nicht; denn ich weiß wohl, was euch gebricht. Ihr sucht Jesus, den find't ihr nicht. Halleluja. Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not; kommt, seht, wo er gelegen hat. Halleluja.

Ich sah vor dem Thron mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen; es nahm das Buch aus der Hand dessen, der auf dem Thron saß. Da fielen die 24 Ältesten nieder vor dem Lamm und sangen: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Sprachen und Völkern und hast sie unserm Gott zu einem Königreich und zu Priestern gemacht, Das Lamm ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. (aus Off 5, 6-14)

1. Manche Dokumente tragen den Stempel Vertraulich; ihr Inhalt darf nicht öffentlich werden. Wenn wir einem vertrauten Menschen etwas Persönliches offenbaren, legen wir darauf das Siegel der Verschwiegenheit. Wir erwarten, dass der, den wir ins Vertrauen gezogen haben, schweigt wie ein Grab. So unterliegen z.B. die Seelsorge und die ärztliche Beratung der Schweigepflicht.

Wir haben ein Anrecht auf die Geheimhaltung persönlicher Angelegenheiten. Deshalb ist das Bank- und Post-Geheimnis zu wahren. Jedoch die Briefe, die ich zu Pfarrkollegen in der ehem. DDR geschickt habe, wurden vom Staats­sicher­heitsdienst geöffnet, gelesen, fotokopiert. Briefe, Verträge, Testamente werden gesiegelt, um auszuschließen, dass Unbefugte den Inhalt verändern. Mit Plombe und Siegel schützte man früher kostbare Handelsgüter wie Öl und Wein in ihren Behältnissen vor unbefugtem Zugriff.

Im Blick auf ihre bewahrende Kraft wird die Taufe das Siegel des ewigen Lebens genannt. In diesem Fall werden Menschen geschützt vor dem Machtanspruch des Egoismus, sie werden bewahrt in der Zugehörigkeit zu Gott und in der Nachfolge des Christus.

2. Um die Zugehörigkeit zu Gott, d.h. um den Geltungsanspruch der Gnade geht es bei dem 7fach versiegelten Buch, von dem wir eben gehört haben. Es enthält Kunde darüber, wer allen Despoten zum Trotz Herr der Welt ist.

Regiert uns der Gott „Investmentbanking“, die Göttin „Wirtschaftswachstum“, regieren Lügen, Hass, Gewalt oder die Tücke der Pandemie? Viele handeln nach dem Motto: „Was in meine Kasse fließt, fällt schon nicht in andere Hände“. Dass jeder für sich selber sorgt, ist nicht verwerflich. Problematisch ist, dass sehr viele Menschen für den Nutzen von wenigen arbeiten. Problematisch ist, dass eine Minderheit so imperialistisch an sich selber denkt, dass die Mehrheit kaum eine Chance hat, ausreichend für sich selbst zu sorgen.

Darum herrschen Ungerechtigkeit, Not, Hunger, und unversöhnliche Gegensätze in der Welt. Dem hat der Himmel den Kampf angesagt. Doch wie kann Gott Heil und Frieden wirken?

3. Angesichts häufiger Naturkatastrophen, der Zerstörung, die Wirbelstürme und Überflutungen anrichten, angesichts der Abhängigkeiten, die der Weltmarkt schafft, angesichts der Verharmlosung und des Mangels an Einsicht in die eigenen Fehler ist zu befürchten, dass der Friede auf Erden noch lange ausbleibt. Es ist zu befürchten, dass noch lange Menschen in den Dreck getreten werden und auch Gott in der Höhe auf seine Ehre verzichten muss.

Brauchen wir einen Löwen, den Politlöwen, um die Probleme der Gegenwart zu lösen, einen, vor dem alle erzittern? Oder müssen sich die Friedfertigen zusammentun, um die Schurken mit sanfter Hand zu zähmen?
Noch keiner der Starken hat die Brücke zum Frieden bauen können. Aus jeder vermeintlichen Lösung sind neue Probleme erwachsen. Vom Ideal ist es nur ein Schritt zur Ideologie.

Die Antwort auf das persönliche Leid, auf das soziale Unrecht, auf Abhängigkeit, Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt, die Antwort auf Habgier und Eigennutz scheint von unauflöslichen Siegeln verschlossen zu sein.

„Die Welt ist krank, ungerecht, lieblos und doch singen die Vögel darin Tag für Tag - vielleicht haben sie recht,“ (EG S.675) dass sie vom Frieden, von Freude und ehrlichem Miteinander singen der Welt zum Trotz.

4. Der Seher Johannes gibt uns in dem heute verlesenen Abschnitt eine ähnlich überraschende Antwort. Er behauptet: Es gibt etwas, das stärker ist als Hass, Gewalt und Verderben. Doch zum Kampf gegen Löwen oder seinesgleichen tritt nicht ein noch Stärkerer auf, sondern - ihr Opfer.
Statt einem Löwen sitzt ein Lamm auf dem Thron. Der Besiegte überwindet die Sieger. Die Sanftmut entwaffnet die Gewalt. Versöhnung öffnet die Tür, die von Ehrgeiz und Enttäuschung zugeschlagen wird.

Das Lamm sitzt auf dem himmlischen Thron, nicht um Kabarett zu spielen, sondern um die Geschicke der Menschen zu lenken. Das Himmelreich findet auf Erden statt. Gott regiert durch Sanftmut. Deshalb ist das Lamm würdig und kompetent, um zu öffnen die Siegel am Buch, das zum Leben weist.

Das Geheimnis Gottes ist zugleich das Geheim­nis der Liebe: Gott und die Liebe siegen im Leiden. Die Herrschaft, die vom Himmel ausgeht, geschieht ganz leibhaftig hier auf Erden - auch wenn sie oft ganz unscheinbar oder verborgen geschieht. Aus dieser Erfahrung spricht M. Luther King:

Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finster..., wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine segnende Kraft gibt, die Gott heißt. Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen. Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln. (EG S. 257)

5. Einen Menschen, der durch und durch verletzlich ist, den Messias, der voll Vertrauen zu Gott „mein Vater“ sagt - diesen Menschen erhebt Gott auf den Himmelsthron, einen Menschen wie ein Lamm. Ihn zum König der Herzen zu erheben ist keine Blamage für die Hoheit Gottes. Denn seine Größe besteht in seiner Erniedrigung und Hinwendung zu uns. Gott erweist sich groß im täglichen Kleinkram, indem er unsere Kleinlichkeit wendet und endet. (EG S.581)

Darum erfährt Gott in der Gestalt des Lammes Ruhm, Ehre, Anbetung, Dank und Lob. Seine Kraft ist in den Schwachen mächtig, d. h. ohne Gewalt und Durchsetzung. Gott und das Lamm sind mit sanften Mitteln erfolgreich: mit Gnade und Vergebung, mit Erbar­men und Selbsthingabe. Darum kann das Lamm, das Lamm in Gott gleichwie das Christuslamm in uns Menschen, die sieben Siegel öffnen.

Die Sanftmut, die Liebe – sie schauen tiefer als der Verstand. Vor der Liebe liegt alles ausgebreitet wie ein offenes Buch. Die Wunden der Vergangenheit, die Schrecken der Gegenwart, die Bedrohungen der Zukunft - sie alle enden, wo die Liebe anfängt. Menschen, die Verfolgung, Flucht und tausend Ängste durchlebt haben, schöpfen aus der Liebe ihre Kraft. Weil Gott alles für die Welt und für unser Heil getan hat, darum können wir für das Wohl unserer Mitmenschen gar nicht genug tun (EG S. 459).

Zu tun gibt es genug: zu helfen, zu heilen, zu trösten, zu erfreuen. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Deshalb haben wir Hoffnung zu verkünden und Zeichen zu setzen für das neuschaffende Erbarmen.
Nicht Schrecken ohne Ende, sondern das gnädige Ende aller Schrecken haben wir der Welt anzusagen; nicht Weltuntergang, sondern Verwandlung. „Man kann in dieser Welt, wie sie ist, nur dann weiterleben, wenn man zutiefst glaubt, dass sie nicht so bleibt, sondern werden wird, wie sie sein soll“ (EG S. 565).

Das geschieht, wenn du und ich uns verwandeln lassen und wir Gott und dem Lamm auf dem Thron immer ähnlicher werden. Das erleben wir, wenn die Liebe Hand und Fuß und Herz, ja das ganze Leben einnimmt.

Unentbehrlich bist du für Gott, unentbehrlich ist Gott für dich. Mit ihm kannst du Mensch werden, ein Mensch mit wachem Herzen und sanften Händen, ein Mensch, der zuschaut und zuhört, der wartet und fragt –
unentbehrlich bist du für deine Mitmenschen, unentbehrlich sind die Mitmenschen für dich.
Nicht Löwen braucht die Welt, sondern Menschen wie ein Lamm.

148 Also wird Gott erlösen uns gar von aller Not, vom Teufel, allem Bösen, von Trübsal, Angst und Spott, von Trauern, Weh und Klagen, von Krankheit, Schmerz und Leid, von Schwermut, Sorg und Zagen, von aller bösen Zeit.

Mit Gott wir werden halten das ewig Abendmahl, die Speis wird nicht veralten auf Gottes Tisch und Saal; wir werden Früchte essen vom Baum des Lebens stets, vom Brunn der Lebensflüsse trinken zugleich mit Gott.

Wir werden stets mit Schalle vor Gottes Stuhl und Thron mit Freuden singen alle ein neues Lied gar schön: Lob, Ehr, Preis, Kraft und Stärke Gott Vater und dem Sohn, des Heilgen Geistes Werke sei Lob und Dank getan.

Gott, du erweckst zum Leben, weil du uns allezeit in deiner Liebe bewahrst. Ob wir leben oder sterben, stets sind wir die deinen, nie sind wir allein, Lachen oder Weinen wird gesegnet sein. Hilf uns, die Nöte unserer Zeit zu bestehen. Lass aufatmen, denen der Atem ausgegangen ist, tröste, die um sie trauern.

Lindere die Not der Einsamen, die Sorge derer, die nicht arbeiten dürfen, mindere die Last der Überforderten, schütze jung und alt davor, verletzt, vernachlässigt, vergessen zu werden – und zeige uns Wege, ihnen beizustehen.

Wir bitten für alle, die in Verantwortung stehen, hilf ihnen, gerechte und hilfreiche Entscheidungen zu treffen. Hilf uns, durch Tun und Lassen Mensch und Tier, Erde, Luft, Wasser und Nahrung gesund zu erhalten. Quelle des Lebens, du lammgleicher Gott, rette die Welt aus dem Tod; wende Herzen und Hände zum Frieden. Vater unser

549 Christus ist auferstanden. Freud ist in allen Landen. Lasst uns auch fröhlich singen und Halleluja klingen.

Er hat den Tod bezwungen, das Leben uns errungen. Lasst uns …

Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott segne deine Liebe zu allem, was lebt. und deine Empörung über das Unrecht.
Gott segne die Demut deines Herzens, die Klarheit deiner Worte, die Kraft deiner Hände und gebe dir Frieden. Amen

Ostergottesdienst aus der Bonhoefferkirche

Verbunden durch Liebe und Internet/ Ostersonntag 

Pfarrerin Anette Prinz ,
 Musik: Susanne Weingart-Fink

zum Zuhören als Hörfassung :   

 

 

und zum Lesen:

GOTT sei mit dir: als Quelle der Liebe; als Gnade, die Mensch wird; als Kraft, die Leben schafft.

Ostern feiern wir, was uns Christus im Wochenspruch verspricht: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle“. (Offb Joh 1,18):

NL 219
1. Wir stehen im Morgen. Aus Gott ein Schein durchblitzt alle Gräber. Es bricht ein Stein.
Erstanden ist Christus. Ein Tanz setzt ein. Kehrvers: Halleluja, Halleluja, Halleluja, es bricht ein Stein.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, ein Tanz setzt ein.
2. Ein Tanz, der um Erde und Sonne kreist: der Reigen des Christus, voll Kraft und Geist.
Ein Tanz, der uns alle dem Tod entreißt. Halleluja …
3. An Ostern, o Tod, war das Weltgericht. Wir lachen dir frei in dein Angstgesicht.
Wir lachen dich an, du bedrohst uns nicht. Halleluja …
4. Wir folgen dem Christus, der mit uns zieht, stehn auf, wo der Tod und sein Werk geschieht,
im Aufstand erklingt unser Osterlied. Halleluja …

Psalm 118
Der Herr ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.
Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des Herrn behält den Sieg!
Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen.
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.
Das ist vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.
Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Gebet: Lebendiger, lebensschaffender Gott, verankere die Freude dieses Tages in meinem Herzen, damit sie nicht verfliegt im Alltag meines Lebens. Präge mir ins Herz, dass du den Tod überwunden hast, damit ich nicht versinke in Trauer, wenn ich loslassen muss, was und wer mir lieb ist. Spiel mir das Lied vom Leben, damit ich von Hoffnung singen kann, trotz so viel Sterbens in der Welt. Lass das Licht des Ostermorgens mich aufwecken aus Trägheit und Zweifeln. Lass es alle Düsternis aus mir vertreiben.

Lesung: Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. … Der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. … Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. (Matthäus 28,1-8)

EG 103
1. Gelobt sei Gott im höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, der für uns hat genug getan.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.
2. Des Morgens früh am dritten Tag, da noch der Stein am Grabe lag, erstand er frei ohn alle Klag. Halleluja…
3. Der Engel sprach: »Nun fürcht’ euch nicht; denn ich weiß wohl, was euch gebricht. Ihr sucht Jesus, den find’t ihr nicht.« Halleluja ...
4. »Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not; kommt, seht, wo er gelegen hat.« Halleluja …
5. Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist. Halleluja

 

Rettung ist eines der großen biblischen Themen. Vielleicht das größte überhaupt. Gott ist ein rettender Gott.
So erfährt und tradiert es sein auserwähltes Volk Israel, so erfahren und tradieren wir Christen:innen es seit dem Tod und der Auferstehung Christi.
Der Predigttext für dieses Osterfest erzählt, wie das Volk Israel nach 400 Jahren der Sklaverei in Ägypten von Gott gerettet und in die Freiheit geführt wird.

Und der HERR verstockte das Herz des Pharao, des Königs von Ägypten, dass er den Israeliten nachjagte. Aber die Israeliten waren unter der Macht einer starken Hand ausgezogen. Und die Ägypter jagten ihnen nach mit Rossen, Wagen und ihren Männern und mit dem ganzen Heer des Pharao und holten sie ein, als sie sich gelagert hatten am Meer. Und als der Pharao nahe herankam, fürchteten sich die Israeliten sehr und schrien zu dem HERRN und sprachen zu Mose: Waren nicht Gräber in Ägypten, dass du uns wegführen musstest, damit wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten geführt hast? Haben wir's dir nicht schon in Ägypten gesagt: Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen? Es wäre besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben.
Da sprach Mose zum Volk: Fürchtet euch nicht, steht fest und seht zu, was für ein Heil der HERR heute an euch tun wird. 14 Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein. Und die Ägypter sollen innewerden, dass ich der HERR bin. Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels herzog, und stellte sich hinter sie.
Und die Wolkensäule vor ihnen erhob sich und trat hinter sie und kam zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels.
Als nun Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der HERR zurückweichen durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das Meer trocken und die Wasser teilten sich. Und die Israeliten gingen hinein mitten ins Meer auf dem Trockenen, und das Wasser war ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken. Und die Ägypter folgten und zogen hinein ihnen nach, alle Rosse des Pharao, seine Wagen und Männer, mitten ins Meer. Und das Wasser kam wieder und bedeckte Wagen und Männer, das ganze Heer des Pharao, das ihnen nachgefolgt war ins Meer, sodass nicht einer von ihnen übrig blieb. Aber die Israeliten gingen trocken mitten durchs Meer. So errettete der HERR an jenem Tage Israel aus der Ägypter Hand.
Da nahm Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, eine Pauke in ihre Hand und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken im Reigen. Und Mirjam sang ihnen vor: Lasst uns dem HERRN singen, denn er hat eine herrliche Tat getan; Ross und Mann hat er ins Meer gestürzt. (2. Mose 14 +15 in Auszügen)

Eine ungewöhnliche Ostergeschichte ist das und doch nicht so ungewöhnlich, wie es auf den ersten Blick scheint.
An „die Rettung im Schilfmeer“ wird schon immer in den Osternachtsfeiern der Kirche erinnert. Die neue Predigttextordnung hat sie in die Textreihe für den Ostersonntag aufgenommen. Für mich ist das ein wichtiger Brückenschlag hin zu unseren jüdischen Geschwistern, die bis heute bei jedem Passahfest sich dieser Erzählung erinnern. Gemeinsame Erinnerung verbindet. Ich suche in ihr für uns die Osterspuren.

Die Rettung am Schilfmeer beginnt mit Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Den fliehenden Israeliten sitzt der Tod im Nacken in Form des ägyptischen Heeres. „Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten geführt hast?“, werfen die Israeliten Mose vor. Sie sehen keinen Sinn mehr in ihrem Vorhaben, ihr altes Leben in Ägypten verlassen zu haben.
Erinnern wir uns wie es den Freund:innen Jesu ging. Verzweiflung macht sich breit als Jesus am Kreuz hängt. Sie sind drauf und dran, ihn und seine Sache aufzugeben. Manche:r wird gedacht haben. „Warum nur habe ich für Jesus mein altes Leben verlassen. Und alle dachten sie: „Was soll jetzt bloß aus uns werden?“ Furcht begleitet sie in den Ostermorgen. Dem Volk am Schilfmeer und den Jünger:innen ist gemein: die Mutlosigkeit angesichts einer unlösbaren Situation.
„Fürchtet euch nicht, steht fest und seht zu, was für ein Heil der HERR heute an euch tun wird“, ruft Mose den verängstigten Menschen am Schilfmeer zu. „Fürchtet euch nicht“, sagt auch der Bote Gottes zu den Frauen am Ostermorgen. Fürchtet euch nicht! Gott selbst wird handeln. Das ist die Botschaft am Schilfmeer und an Jesu Grab. An der Grenze zum Tod wird die Gegenwart Gottes und sein rettendes Eingreifen zugesagt.
Dort am Meer, wo es weder nach vorn noch nach hinten Rettung zu geben scheint, schieben sich der Engel und die Wolkensäule Gottes zwischen das ägyptische Heer und die Israeliten. Hier vor dem Grab Jesu steht der Engel Gottes und weist den Frauen eine neue Blickrichtung: „Ihr werdet ihn sehen“- nicht tot im Grab, sondern lebendig vor euch hergehend.

Am Schilfmeer ist es die wundersame Teilung des Meeres, mit der Gott den Israeliten den Weg aus der Sklaverei in ein neues Leben in Freiheit bahnt. Am ersten Ostertag führt die Auferstehung Jesu den Jünger:innen vor Augen, dass Gott aus dem Tod rettet; dass er stärker ist als alles was, den Tod in sich trägt.

Wie am Schilfmeer so sind es auch am ersten Ostermorgen die Frauen, die nach der Überwindung ihrer Schrecken der Größe und Macht Gottes gewahr werden, das Erlebte in Worte fassen und weitertragen.

Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, nahm eine Pauke in ihre Hand und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken im Reigen. Und Mirjam sang ihnen vor: Lasst uns dem HERRN singen, denn er hat eine herrliche Tat getan; Ross und Mann hat er ins Meer gestürzt“.
In diesem nach der Rettung aufbrausenden Jubel hören wir von der größten Hoffnung des jüdischen Volkes:
Unser Gott, der eine Gott, ist größer als alles; er ist größer als die ganze Welt und mächtiger als alles, was lebt und dem Tode verfallen ist. 
In diesen Jubel stimmen wir am Osterfest mit vollem Herzen ein. Wie für das jüdische Volk ihre Errettung am Schilfmeer, so ist die Auferstehung Jesu für uns Christ:innen der größte Machtbeweis, den Gott uns für immer geben konnte.
Und doch liegt im Klang unseres Osterjubels ein Unterschied zum Lied der Mirjam. Denn die Freiheit, die dem Volk Israel geschenkt wird, hat einen hohen Preis: am Schilfmeer wird das ganze Heer des Pharao vernichtet.
Dieser gnadenlose Härte verdunkelt die besungene neu gewonnene Freiheit.
Dagegen erzählt das Osterevangelium, dass nur einer stirbt, damit viele die Freiheit gewinnen: der Tod. Und alle gewinnen das Leben. Selbst der gekreuzigte Übeltäter neben Jesus ist von diesem neuen Leben nicht ausgenommen: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein“, an jenem Ort, wo Leben ein für allemal heil ist und gut.

Ostern stirbt nur einer: der Tod. Und wir dürfen leben! Wir kommen nicht immer trockenen Fußes durch das Schilfmeer. Manches, was unser Leben verdunkelt, wird nicht so einfach weggeschwemmt. In diesen Ostertagen liegt ein Jahr Pandemieerfahrung hinter uns und noch nicht die Freiheit vor uns. Überall in unser Gesellschaft sehen wir die unterschiedlichen Panikreaktionen: Verleugnung, Verweigerung, Resignation, Rückzug, offene Aggression, bittere Vorwürfe an Verantwortliche. Der Druck entlädt sich auf viele Arten. Auch deshalb setzte ich ans Ende meiner Gedanken noch einmal Gottes Wort, das den Verängstigten am Schilfmeer, am ersten Ostermorgen und uns heute Morgen zugerufen ist: „Fürchtet euch nicht!“
Ich höre das in diesen Tagen so: „Kein Angst. Traut euch das Leben neu zu. Fallt nicht wieder in eure alten Gewohnheiten zurück. Die Fleischtöpfe Ägyptens sind Vergangenheit, euer Leben führt nicht mehr zurück in ein Leben mit dem irdischen Jesu, genauso wenig wie in das Leben vor Corona. Sucht mutig und kreativ einen Neuanfang, damit das Leben für alle Menschen und Tiere lebenswerter wird. Seid lebendige Zeichen der Osterhoffnung, denn dort wie hier bin ich, der lebendige Gott, derselbe, der euch leitet, schützt und trägt“.

EG 656
1. Wir haben Gottes Spuren festgestellt auf unsern Menschenstraßen, Liebe und Wärme in der kalten Welt, Hoffnung, die wir fast vergaßen. Kehrvers: Zeichen und Wunder sahen wir geschehn in längst vergangnen
Tagen, Gott wird auch unsre Wege gehn, uns durch das Leben tragen.
2. Blühende Bäume haben wir gesehn, wo niemand sie vermutet, Sklaven, die durch das Wasser gehn,
das die Herren überflutet. Zeichen und Wunder…
3. Bettler und Lahme sahen wir beim Tanz, hörten, wie Stumme sprachen, durch tote Fensterhöhlen kam ein Glanz, Strahlen, die die Nacht durchbrachen. Zeichen und Wunder …

Gebet: Auferstandener, lebendiger Christus! Ich feiere mit dir den Sieg des Lebens und freue mich an der festen Hoffnung, dass die Schatten des Todes weichen müssen aus unserer Welt. Bewahre mir den großen Trost dieses Tages, wenn ich in meinem Alltag erlebe, wie zerbrechlich alles ist, was mir viel bedeutet: Glück, Gesundheit, Kraft. Dein Sieg über den Tod eröffnet mir die Zukunft neu. Dafür danke ich dir. Darum bitte ich dich: Lass uns aus den Fehlern lernen, die nicht zuletzt durch die Pandemie an unserem Lebenstil sichtbar wurden. Lass uns bescheidener werden in unseren Ansprüchen, achtsamer im Umgang miteinander und respektvoller gegenüber der Schöpfung. Du, der du lebendig bist von Ewigkeit zu Ewigkeit und die Schlüssel des Todes und der Hölle hast, hilf, dass sich auch auf der Erde die Pforten der Hölle schließen werden. Vater unser  

EG 549
1. Christus ist auferstanden Freud ist in allen Landen. Lasst uns auch fröhlich singen und Halleluja klingen.
In cymbalis, in cymbalis bene sonantibus: Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halle-----------luja
2. Er hat den Tod bezwungen, das Leben uns errungen. Drum lasst uns fröhlich singen und Halleluja klingen.
In cymbalis, in cymbalis bene sonantibus: Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halle-----------luja

Segen: Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse es leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott schaue lieben auf dich und schenke dir und aller Welt seinen Frieden.